Verkehrsfreie Innenstadt: Jungfreisinnige freuen sich über Ergänzungsantrag der Basler FDP

Am Mittwoch diskutiert der Grosse Rat das Gesamtkonzept Innenstadt. Dies ist erfreulich, warten die Jungfreisinnigen doch bereits seit Langem darauf, dass die Umgestaltung des Stadtkerns endlich vorangetrieben wird. Besonders erfreut sind sie über den Ergänzungsantrag der Basler FDP. Dieser fordert eine vollständig verkehrsfreie Innenstadt und nimmt somit das Anliegen einer von den Jungfreisinnigen im Jahr 2007 lancierten Petition wieder auf. Es ist zu hoffen, dass das Kantonsparlament die Idee dieses Mal seriöser prüft, als es dies bei der Behandlung der Petition getan hat.

Das Gesamtkonzept Innenstadt ist in zwei Teile aufgeteilt, wobei die dem ersten die weit grössere Bedeutung beizumessen ist. Die Sperrung der Mittleren Brücke für den motorisierten Individualverkehr, wie dies der zweite Beschlussteil vorsieht, ist für die Jungfreisinnigen keineswegs zwingend, wie dies von den Schliessungsbefürwortern dargestellt wird. Der dadurch erzielte Gewinn an Attraktivität dürfte aufgrund der Zulassung von Zubringerverkehr eher beschränkt bleiben.

Der erste Beschlussteil enthält wichtige Umgestaltungsarbeiten, wie sie in der Innenstadt längst überfällig sind. Leider hat der Regierungsrat sich auf das Minimum beschränkt. Es wäre zu wünschen gewesen, dass die Basler Regierung den Mut hat, eine etwas weitsichtigere Planung anzugehen.

Dies beinhaltet für die Jungfreisinnigen die Umsetzung einer vollständig verkehrsfreien Innenstadt, wobei dies auch den öffentlichen Verkehr mit einschliesst! Die mehrmals pro Minute vorbeifahrenden Trams stellen für den Fussgänger ein echtes Hindernis dar und trüben so das Einkaufserlebnis.

Durch eine Linienführung vom Barfüsserplatz via Kohlenberg zur Lyss, über den Petersgraben und wieder zur Schifflände könnte der Stadtkern wirksam entlastet und die attraktive Anbindung an die öffentlichen Verkehrslinien dennoch erhalten werden. Besonders im Zusammenhang mit dem Bau der S-Bahn Herzvariante wäre dies für Basel ein echter Schritt nach vorne.

Hierzu müssten aber die Planungen jetzt in Angriff genommen werden. Die Jungfreisinnigen freuen sich deshalb sehr, dass ihre Mutterpartei einen entsprechenden Ergänzungsantrag gestellt hat und unterstützen diesen vorbehaltlos.

Es ist nun am Grossen Rat zu beweisen, dass er in der Lage ist ein solches Anliegen mit der gebotenen Seriosität zu prüfen und nicht aus ideologischen Gründen bereits im Vornherein abzulehnen.

Im Sommer 2008 liess er diese Ernsthaftigkeit leider vermissen, als er die Diskussion über eine entsprechende Petition der Jungfreisinnigen ohne Anhörung oder auch nur grobe Prüfung des Anliegens ablehnte.