06.08.11
Verbote verbieten, Verkehrspolitik
Jungfreisinnige fordern Einführung von verkehrsschilderfreien „Shared Space“-Zonen
Nirgendwo kann man heutzutage hinfahren oder hinlaufen, ohne dass alle paar Meter ein Verkehrsschild steht – teils sogar mehrere übereinander. Für die Jungfreisinnigen Basel-Stadt ist diese Entwicklung höchst unerfreulich! Sie fordern Verantwortung statt Verbote, Augenmass statt Paragraphen. Deshalb nehmen sie mit einer Aktion die Ampeln von Basel ins Visier und fordern die Einführung von „Shared Space“-Zonen ohne jegliche Verkehrssignalisationen.
Bilder von der Aktion in der Bildergalerie
Wie schon der holländische Verkehrsplaner Hans Monderman („Wenn man die Leute ständig anleitet und sie behandelt wie Idioten, benehmen sie sich irgendwann wie Idioten.“) feststellte, werden die Bürger mit einem Dickicht an Vorschriften und Schildern beinahe schon dazu angeleitet, nicht mehr selbst zu denken und geben ihre Eigenverantwortung auf. Die Verkehrsteilnehmer wiegen sich durch die zahlreichen Verkehrsregeln in falscher Sicherheit und es kommt häufiger zu Unfällen. Sie stoppen beispielsweise nur, wenn das Schild es ihnen befiehlt. Es wird bei Grün sofort losgeprescht, ohne zu schauen.
Die Jungfreisinnigen Basel-Stadt geben Gegensteuer und wollen die Eigenverantwortung stärken, sowie die spontane Selbstorganisation der Bürger fördern. Sie fordern deshalb die Einführung von grossräumigen sogenannten „Shared Space“-Zonen. In solchen Zonen bestehen keine Verkehrszeichen, Signalanlagen oder Fahrbahnmarkierungen. Stattdessen gilt lediglich die Vortrittsregel rechts vor links.
Es zeigte sich nicht zuletzt mit der erfolgreichen Einführung von „Begegnungszonen“ (innerhalb einer solchen Zone gibt es keine Schilder) ins Schweizerische Verkehrsrecht, dass die Menschen beim Abbau von Verkehrsschildern lernfähig sind und dem Verkehr eine höhere Aufmerksamkeit schenken, wenn keine Schilder sie dirigieren. Ebenso sind nach bisherigen Erfahrungen mit „Shared Space“ die Unfallzahlen markant gesunken, während die Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer deutlich zugenommen hat.
Die Jungfreisinnigen unterstützen diese Verkehrsphilosophie. Deshalb heisst es ab nun in Basel an (fast) jeder Ampel für alle Fussgänger Augen auf!
