Stellungnahme zur Volksschulreform

Auf Initiative des jungen rates Basel-Stadt trafen sich die Jungparteien des Kantons Basel-Stadt, um gemeinsam zur bevorstehenden Volksschulreform Stellung zu nehmen und um zu formulieren, wie die Qualitätsansprüche der Jugendlichen an die Schule, unabhängig der politischen Färbung, erfüllt werden sollen. Folgende Punkte möchten wir verwirklicht sehen:

Die bereits vom Erziehungsdepartement (ED) beschlossene Umstellung auf das so genannte „6/3"-System heissen wir grundsätzlich gut. Wir haben jedoch teilweise abweichende Vorstellungen. Wir sind aber jederzeit bereit und auch gewillt eine Aussprache mit dem Erziehungsdepartement zu führen.

Umstellung auf das Modell „Übernahme 6/3": 6 Jahre Primarschule gefolgt von 3 Jahren Sekundarstufe. Dies entspricht der HarmoS-Vereinbarung und dem Volkswillen.

Die Förderung beider Bildungswege ist eine Selbstverständlichkeit, auf die es aber ausdrücklich hinzuweisen gilt. Die Weiterbildungsschule (WBS), die bis anhin keine befriedigenden Resultate lieferte, fristet ein tristes Dasein. So ist ihr Image im Gewerbe nicht das beste. Die Volksschulreform muss als Chance gesehen werden, um die Qualität und das Image der WBS zu verbessern. Das Ziel der neuen Sekundarschule I (aufgeteilt in einen A- und einen E-Zug) muss sein, die Jugendlichen ausreichend für den Arbeitsmarkt oder eine weiterführende Schule auszubilden und so auch die niedrige Lehrbesetzungsquote baselstädtischer Schulabgänger zu erhöhen. Die Sekundarschule soll eine gleichwertige Option für einen Schulabschluss bilden.

Gleiche Stärkung des berufsbildenden Bildungsweges hin zur Lehre sowie des hochschulischen Bildungsweges hin zur Universität.


Der gymnasiale Bildungsweg auf der anderen Seite soll unter einem Dach organisiert sein. Dies in Form einer Verbindung des Progymnasiums mit dem Gymnasium. Eine weitere Verkürzung eines eigenständigen Gymnasiums auf drei Jahre ist nicht akzeptabel und ist gemäss eidgenössischem Maturitätsanerkennungsreglement (MAR) auch nur in Ausnahmefällen zulässig. Das Risiko eines Qualitätsverlusts ist zu gross. Maturandinnen und Maturanden hätten erhebliche Nachteile an den Universitäten, da sich diese kaum mit ihren Bildungsstandards nach unten anpassen werden. Eine Einheitsschule, die Progymnasium, A- und E-Zug verbindet, ist wegen der leidenden Bildungsqualität und der äusserst schwierigen Umsetzung eine Illusion.

Organisatorische Zusammenfassung zum einten des Progymnasiums und des Gymnasiums sowie zum anderen des A- und E-Zugs unter zwei verschiedenen Dächern.

Die Idee der Durchlässigkeit wurde bis jetzt von keiner Seite ausformuliert. Wir wünschen uns besondere Sorgfalt bei der Formulierung der Bestimmungen zur Durchlässigkeit. So sollen leistungsstarke Schüler nicht daran gehindert werden, eine höhere Schule zu besuchen, noch Schwächere Schüler den Unterricht aufhalten. Die Durchlässigkeit sollte zwischen A- und E-Zug sowie dem Progymnasium halbjährlich gewährleistet sein und im Einverständnis von Eltern und Lehrperson aufgrund der gezeigten Leistungen geschehen. Schülern, welchen es nicht ins Gymnasium reicht, sollen wie bisher einen kantonalen Eignungstest absolvieren und durch die Übergangsklasse (ÜK) ins Gymnasium nachkommen können.

Gewährleistung einer qualitativ guten Durchlässigkeit zwischen der Sekundarschule, dem Progymnasium und dem Gymnasium.

Am Ende der obligatorischen Schulzeit soll jeder Schüler den für sich bestmöglichen Abschluss haben. Er soll ein Zeugnis und einen Leistungsausweises oder ein Diplom haben, der/das zumindest in der Region Basel anerkannt ist. Heute haben Schulabgänger vor beim Eintritt in die Arbeitswelt nur ihr Zeugnis. Dieses wird vom Gewerbe kritisch beurteilt. Darum ist es in unserem Sinne, wenn ein allgemeingültiges Diplom auf allen Schulstufen geschaffen wird, das einen problemlosen Übergang in die Arbeitswelt gewährleistet. Dieses kann aufgrund einer den Leistungsniveaus angepassten Abschlussprüfung erstellt werden.

Am Ende des 9. Schuljahres (also am Ende der obligatorischen Schulzeit) hat jeder Schüler den für sich bestmöglichen Abschluss mit anerkanntem Leistungsausweis.

Eine Verbesserung des Schulsystems ist im Sinne der Jugend, so soll diese sich eben gerade einbringen. Wir wünschen uns vom Erziehungsdepartement eine Anpassung der Pläne und werden weiterhin das Geschehen rund um die Volksschulreform im Kanton Basel-Stadt verfolgen.