Bildungsraum Nordwestschweiz: Bitte nochmals von vorne!

Die Jungfreisinnigen Basel-Stadt (JFBS) begrüssen in ihrer Vernehmlassungsantwort zum Bildungsraum Nordwestschweiz die Harmonisierungsbestrebungen der vier nordwestschweizer Kantone. Den vorgelegten Bildungsraum Nordwestschweiz lehnen sie in dieser Form jedoch entschieden ab, da es sich einerseits um ein stark überladenes Paket handelt. Andererseits sprechen sie sich in aller Deutlichkeit gegen die vorgesehene Basisstufe, das Sonderpädagogik-Konkordat und das Modell der integrativen Bildung aus. Stattdessen sollen sich die beiden Basel am schweizweit verbreiteten Modell 6/3 orientieren, wobei das Progymnasium unter die Obhut der Gymnasien zu geben ist. Die Jungfreisinnigen fordern die Regierung auf, das Reformprojekt nochmals von Grund auf neu aufzugleisen und die einzelnen Reformpunkte einzeln vorzulegen. Nur so hat der wünschenswerte einheitliche Bildungsraum eine realistische Chance.

Die Vernehmlassungsvorlage Bildungsraum ist hoffnungslos überladen. Sie enthält viele verschiedene Massnahmen, die jede für sich ausführlich diskutiert werden muss. So wäre es sehr sinnvoll, HarmoS, das Sonderpädagogik-Konkordat sowie diverse im Staatsvertrag vorgesehenen Massnahmen voneinander abzutrennen und separat zur Diskussion zu stellen.

 

Die Jungfreisinnigen lehnen die Basisstufe ab. Sie zweifeln an den positiven Studienresultaten, da das entsprechende Testumfeld nicht der Realität entsprach. Trotzdem berichteten die freiwilligen Lehrpersonen von zahlreichen Überstunden, die entgegen der Behauptung der Regierung auch mit der Zeit nur unwesentlich abnahmen. Es handelt sich hiermit um eine versteckte Pensenerhöhung ohne entsprechende Kompensation.

 

Stattdessen fordern die Jungfreisinnigen eine Anpassung an das schweizweit verbreitete Modell mit zwei Jahren Kindergarten, sechs Jahren Primarstufe und drei Jahren Sekundarstufe I (Modell 6/3).

 

Weiter kann es nicht sein, dass die Lehrkräfte durch die im Sonderpädagogik-Konkordat vorgesehene Integration in die Regelklassen mit sonderpädagogischen Massnahmen zusätzlich beansprucht werden. Die Lehrpersonen sind bereits heute am Anschlag und sollten sich vermehrt aufs Kerngeschäft des Lehrens konzentrieren können. Ausserdem sind in der Vorlage keine entsprechenden Entlastungsmassnahmen vorgesehen, so dass Frust und Abgänge bereits vorprogrammiert sind.

 

Das Modell der drei Leistungszüge bei der Sekundarstufe I wird sehr begrüsst, jedoch darf der Weg zur Maturität nicht um ein Jahr verlängert werden, da die Schweiz bereits heute im internationalen Umfeld einen gegenüber anderen Staaten längeren Bildungsweg vorsieht. Vielmehr soll das Progymnasium unter die Obhut der Gymnasien gegeben werden, damit die vorgeschriebenen vier Jahre Gymnasium eingehalten werden können.

 

Die Jungfreisinnigen fordern die Regierung auf, gemeinsam mit den drei Kantonen Baselland, Solothurn und Aargau die Bildungsreform auf der Basis von HarmoS nochmals neu aufzugleisen und die einzelnen Reformpunkte sowohl dem Parlament als auch dem Volk einzeln vorzulegen. Nur so erhält das Basler Bildungssystem die notwendige breite Akzeptanz in der Bevölkerung. Falls eine Einigung zwischen den vier Kantonen nicht möglich sein sollte, ist zu betonen, dass eine Harmonisierung zwischen den beiden Basel absolut im Vordergrund steht.

Von: Luca Urgese