01.11.08
Bildungspolitik, Vernehmlassungen
Jungfreisinnige lehnen Deutschkurse vor dem Kindergarten ab
Die Jungfreisinnigen Basel-Stadt (JFBS) begrüssen in ihrer Vernehmlassungsantwort zum Projekt „Mit ausreichend Deutschkenntnissen in den Kindergarten“ die Bemühungen des Erziehungsdepartements Basel-Stadt, sich den Sprachproblemen von Kindern mit Migrationshintergrund anzunehmen. Dennoch sind die JFBS mit dem vorgelegten Projekt nicht einverstanden. Nach Ansicht der Jungfreisinnigen geht der Vorschlag am Ziel vorbei und weist schwere Mängel auf. Die JFBS befürworten stattdessen einen Ausbau der schulischen Deutschstütz- und Förderkurse.
Die Jungfreisinnigen Basel-Stadt sehen die Probleme der Deutschdefizite von Kindern mit Migrationshintergrund sehr wohl. Dennoch bezweifeln die JFBS, dass die vom Erziehungsdepartement vorgeschlagene Lösung auch effizient genug ist, um das Problem adäquat zu lösen. Die Kritik der Jungfreisinnigen zielt sowohl auf inhaltliche Punkte, wie auch auf einige Grundüberlegungen des Erziehungsdepartements.
Die Jungfreisinnigen Basel Stadt bezweifeln, dass die Erfassung der beabsichtigte Zielgruppe mit einem Elternabend erreicht werden kann. Ausserdem würde das vorgeschlagenen Setting (zwei Halbtage pro Woche) nach Meinung der JFBS nur einen begrenzten Erfolg haben.
Diese inhaltlichen Punkte führen dazu, dass die Jungfreisinnigen Basel-Stadt das Projekt des Erziehungsdepartements Basel nicht gutheissen können. Nach Ansicht der Jungfreisinnigen beinhaltet dieses Projekt aber auch einige schwerwiegende Probleme allgemeiner Natur. Den Kindern wird immer weniger Raum zur freien Entfaltung zur Verfügung gestellt. Die Jungfreisinnigen Basel-Stadt finden es wichtig, dass Kinder auch in der heutigen Welt eine gewisse Zeit frei von irgendwelchen Förderungsmassnahmen bleiben. Daher lehnen die Jungfreisinnigen das Projekt ab.
Als Gegenvorschlag stehen die Jungfreisinnigen für einen Ausbau der schulischen Deutschstützkurse ein. Kinder mit Sprachproblemen würden von fachlich qualifizierten Personen direkt während der Schulzeit identifiziert. Dadurch könnten die individuellen Bedürfnisse jedes Kindes besser erkannt werden und es kann gezielter darauf eingegangen werden.